Praktikum in Frankreich
von Frederic Feinendegen (10d)
In diesem Jahr bestand erstmals die Möglichkeit, das Praktikum in der 10. Klasse in Frankreich zu absolvieren. Vom 7.1.2010 bis zum 15.1.2010 haben wir zu viert, Joelle, Julia, Markus und ich, deswegen unser Praktikum in Provins gemacht, wobei Markus ein Praktikum bei Citroen in der Buchhaltung machte, Joelle eine Stelle an einer Grundschule hatte und Julia und ich als Praktikanten bei zwei Sportlehrern unserer Partnerschule in Provins waren.
Donnerstag, 7.1.2010, und Freitag, 8.1.2010
Nachdem wir uns um kurz vor drei am Hauptbahnhof Mönchengladbach getroffen hatten, fuhren wir mit Frau Schulze zum Hauptbahnhof nach Aachen, um dort nach ein wenig Wartezeit in den Thalys zu steigen und mit diesem nach Paris zu fahren. In Paris holte uns Madame Bordenave, unsere französische Lehrerin, ab und fuhr mit uns weiter in einen Ort nahe Provins. Als wir dort angekommen waren, holte uns mein Gastvater mit dem Auto ab und brachte uns nach Provins. Dort wurden die drei anderen von ihren Gasteltern in Empfang genommen.
Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann auch schon ab ins Bett, um am neuen Tag ausgeruht in unseren neuen "Beruf" zu starten. Für zwei von uns war das nicht ganz so leicht, da die Schule, in der Julia und ich unser Praktikum absolvierten, geschlossen war, weil in Frankreich "schneefrei" herrschte.
Samstag, 9.1.2010, und Sonntag, 10.1.2010
Am Wochenende verbrachten wir vier unsere Zeit mit unseren Austauschschülern und machten verschiedene Sachen, u.a. Bowling und Billardspielen. Danach haben wir uns alle getroffen und miteinander geredet und Spiele gespielt.
Montag, 11.1.2010
Nun konnte endlich für uns alle das Praktikum beginnen. Julia und ich verbrachten unseren ersten sowie jeden weiteren Tag fast komplett in der Sporthalle.
In der ersten Stunde spielten wir mit einer Klasse Handball, wobei wir den Schülern andere Spieltechniken zeigten und ihre Fehler etwas korrigieren konnten. In der nächsten Stunde bestand unsere Aufgabe eigentlich nur daraus, die Punkte beim Badminton zu zählen. Dies änderte sich aber in der letzten Stunde des Tages, wo wir mit einer Klasse, die etwa in unserem Alter war, Tischtennis spielten. Hier ging es darum, die Technik der Schüler zu verbessern, was uns mit Hilfe der Lehrerin auch schnell gelang. Am Ende der Stunde waren wirklich erhebliche Fortschritte der Schüler zu erkennen.
Als die Schule um 16.15 Uhr eigentlich für Julia und mich zu Ende war, entschlossen wir uns, noch zu der Deutschlehrerin, Madame Bordenave, in den Unterricht zu gehen. Da Joelle auch schon Schluss hatte, kam sie ebenfalls in den Unterricht und wir konnten mit den Franzosen zusammen ein wenig Deutsch lernen bzw. ihnen helfen.
Dienstag, 12.1.2010
Am nächsten Tag gab es für Julia und mich eine kleine Überraschung. Wir fuhren mit dem Bus zum nahe gelegenen Schwimmbad und halfen der Lehrerin dabei, die Tauch-, Kraul- und Sprungnoten für die einzelnen Schüler zu vergeben. Zuerst glaubten wir, Probleme mit den Namen zu haben. Madame Duclos half uns aber dabei, die Namen den jeweiligen Schülern zuzuordnen und immer die Noten in die richtige Zeile unserer Notenzettel einzutragen. Nachdem wir fertig waren, verglich sie ihren Zettel mit unseren Beiden, wobei wir sehen konnten, dass wir fast alle übereinstimmend benotet hatten.
Als wir wieder in der Schule angekommen waren, hatten wir eine kleine Mittagspause. Danach ging es aber sofort in die Handball-AG, wo Julia und ich das Aufwärmen übernahmen, ein Turnier organisierten und die Spiele pfiffen. Nach dieser AG ging es dann weiter zu einer jüngeren Klasse. Diese Klasse hatte gerade das Thema Selbstverteidigung. Julia konnte hier eigene Kenntnisse anwenden und den Schülern Tricks zeigen, die sie noch nicht kannten. Zum Abschluss verteilte die Lehrerin noch an Jeden ein Blatt. Julia und ich wussten zunächst nicht, was das sein sollte. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Schüler selbst in Sportunterricht einen Test über bestimmte Themen schreiben mussten. Nach diesem Tag waren Julia und ich ziemlich erschöpft. Es war doch ziemlich anstrengend, den ganzen Tag französisch zu sprechen und den Kindern dabei noch etwas beibringen zu sollen, auch wenn diese nicht wirklich motiviert waren.
Mittwoch,13.1.2010
Am dritten Tag unseres Praktikums hatten wir nur zwei Schulstunden. In der ersten Schulstunde unterrichteten wir Badminton. Hierbei konnten Julia und ich den Schülern Sachen zeigen, die wir selbst in Deutschland gelernt hatten, z.B. den Aufschlag und wie man sich im Spiel zu bewegen hat. Nachdem die Schüler dies gelernt hatten, liefen die Spiele schon weitaus besser und es kamen auch öfter mal Ballwechsel zustande. Wir fühlten uns ein bisschen stolz, dass die Schüler nicht mehr jeden Ball einfach auf den Boden fallen ließen, sondern dass wir ihnen ein wenig zeigen konnten, wie viel Spaß man eigentlich am Badminton selbst im Sportunterricht haben kann. In unserer nächsten Stunde hatten wir wieder Handball, wobei Julia und ich das Aufwärmen übernahmen und danach jeweils in einer Mannschaft aushalfen. Da in der Nacht zum Mittwoch wieder Schnee gefallen war, fielen viele Züge und Busse aus. Deshalb waren nur wenige Schüler zum Unterricht erschienen, wodurch für Julia und mich der Unterricht am Nachmittag ausfiel.
Donnerstag, 14.1.2010
Unser letzter Praktikumstag. Wir sollten in der ersten Stunde eine Klasse bei einer Zirkusaufführung benoten, eigene Sachen ausprobieren und danach alles mit dem Lehrer besprechen. Nachdem wir eine kurze Schrecksekunde hatten, in der ein Mädchen von einem Gerät runter fiel, ging es ab sofort weiter und wir mussten zugeben, dass die Sachen, die die Klasse vorführte, wirklich nicht so leicht waren, wie sie aussahen. In der Stunde danach war wieder mal Benotung, diesmal aber fürs Badmintonspielen. Julia und ich müssen allerdings sagen, dass wir es wirklich nicht leicht finden, während eines Spiels Leute richtig zu benoten. Es gelang uns aber dennoch, wie der Sportlehrer sagte, relativ gut. Zumindest haben wir es so verstanden.
In der Mittagspause war wieder eine AG, diesmal Boxen. Der Lehrer bestand darauf, dass auch Julia und ich mitmachten, was wir beide relativ lustig fanden, da wir vorher noch nie geboxt hatten. Wir fanden das aber ziemlich cool, da wir so was aus Deutschland leider nicht kennen. In der letzten Stunde unseres Praktikums hatten wir dann mit der Klasse Unterricht, in der auch unsere Austauschschüler sind. Der Lehrer bat uns, in dieser Klasse doch bitte mitzumachen. Wir machten eine Art Sprinttraining, das ziemlich unterschiedlich ausfiel. Manche Schüler waren eher der Meinung, dass es nicht wichtig sei, im Sportunterricht aufzupassen. Andere hingegen waren mit voller Begeisterung dabei und strengten sich wirklich an.
Freitag,15.1.2010
An dem Tag, an dem wir wieder abreisten, besuchten wir die ersten drei Stunden des Schulunterrichts. Wir waren in den Fächern Biologie, Kunst und Deutsch, wo es eigentlich trotz der sprachlichen Probleme nicht wirklich schwer fiel, gut mitzukommen. Nachdem wir die drei Stunden hinter uns hatten, gingen wir in die Kantine, aßen dort kurz und fuhren dann zum Bahnhof von Provins, um von da unsere Reise zurück nach Mönchengladbach anzutreten.
Als wir am frühen Abend wieder in Mönchengladbach ankamen, konnte man jedem von uns ein wenig Erleichterung ins Gesicht geschrieben sehen. Wir waren uns aber trotzdem einig, dass wir gerne noch etwas länger in Frankreich geblieben wären und unser Praktikum gerne noch einige Tage fortgesetzt hätten.
