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Gymnasium an der Gartenstraße - aktuell

JuniorAkademie - eine besondere Erfahrung

von Niklas Elsenbruch

An einem kalten Wintertag, mitten im Februar: Zeugnisvergabe.
Im Anschluss werde ich von Herrn Bodewein und Herrn Reintjes in die Bibliothek gebeten.
Während ich mich noch frage, worum es bloß gehen mag und eigentlich lieber schnell nach Hause möchte, halte ich im nächsten Moment einen kleinen Stapel Unterlagen in den Händen.
Es gehe um die JuniorAkademie NRW. Aha.
Da würde Schülern der 8. und 9. Klasse aus ganz Nordrhein-Westfalen, die eine besondere Leistungsbereitschaft und vielseitige Interessen und Begabungen mitbringen, eine zehntägige "Freizeit" während der Sommerferien inklusive ausgeprägtem Musikangebot und Sportprogramm angeboten. Desweiteren würde man in einer aus neun vorgeschlagenen Geistes- und Naturwissenschaften seiner Wahl, die in der Schule nicht unterrichtet werden, in dieser Zeit an einem intensiven Unterrichtsprogramm teilnehmen.
Allerdings gebe es auch immer viel weniger Plätze als Kandidaten, eine umfangreiche Bewerbung sei also unbedingt notwendig.
Während ich mir auch deswegen noch etwas unschlüssig war, was ich von der ganzen Sache halten sollte, wurde mir aber auch schnell klar, was für eine Chance dieses Angebot darstellte.
Nachdem ich einige weitere Informationen über die JuniorAkademie gesammelt hatte, nahm die Bewerbung dann allmählich konkretere Züge an. Und schließlich erreichte mich etwa einen Monat nach Einsendeschluss im Mai die "frohe Botschaft": Ich war dabei.
Für den Zeitraum vom 19. bis zum 29. August 2011 würde ich in Königswinter an der JuniorAkademie NRW im Fach Psychologie teilnehmen.

Bereits im Vorfeld wurde die Möglichkeit angeboten, per Internetforum schon erste Kontakte zu knüpfen. Das stellte sich als eine sehr gelungene Aktion heraus, denn neben zum Beispiel der Planung eines Theaterstücks im Vorfeld lernte man tatsächlich schon einige Leute besser kennen.
Trotzdem war ich doch etwas aufgeregt, als es am dann schließlich losging Richtung Königswinter, wo die Akademie in einem Internat, dem CJD, stattfinden würde.

Über das Forum hatte ich mich bereits mit meinen Zimmerpartnern ausgetauscht und so kamen wir auch vor Ort schnell ins Gespräch, als wir die Zimmer bezogen.
Anschließend beschlossen wir, einen Erkundungsgang durch das Wohngebäude zu unternehmen und erst einmal alle kennen zu lernen. Die anderen Teilnehmer waren sehr aufgeschlossen und wir hatten uns schon zu einer größeren Gruppe zusammengefunden, als wir uns zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung aufmachten.
Nach zwei Tagen schon war das Ganze nicht mehr wegzudenken:
Die anderen Teilnehmer, das tolle Sportprogramm mit dem Schwerpunkt auf Fußball, was mich sehr freute, das vielseitige Musikangebot inklusive Chor, Orchester und diversen Bands und natürlich auch die sehr intensiven und hochinteressanten Unterrichtseinheiten (dreieinhalb Stunden vormittags, zwei Stunden nachmittags) mit unseren jungen, aber dennoch schon promovierten Kursleitern Schiwa und Michael.
Wer jetzt aber glaubt, so eine JuniorAkademie bestünde lediglich aus Lerninhalten, seien es musikalische, sportliche oder fachliche, der hat sich gründlich geirrt.
Denn neben den zahlreichen Angeboten - nicht zu vergessen das dreieinhalbstündige Abendprogramm mit Sport, Gesellschaftsspielen, Filmen und noch mehr musikalischen Inhalten - blieb tatsächlich auch noch ein wenig Raum für ganz "normale" Freizeitaktivitäten: Einige Kurzausflüge in die Stadt von Königswinter, einen Trip nach Bonn inklusive Universitätsbesichtigung, eine Wanderung zum malerischen Drachenfels und vieles mehr.

Kurzum: Die zehn Tage vergingen wie im Flug.
Am letzten Abend wurde das Theaterstück aufgeführt, dessen Proben sich über große Teile des Abendprogramms jeden Tages erstreckt hatten und im Anschluss folgte dann die Abschlussparty.
Für die offizielle Abschlussfeier am nächsten Tag hatten die Teilnehmer der einzelnen Kurse (Psychologie, Philosophie und Forensik/Kriminalistik waren im CJD untergebracht) drei zwanzigminütige Präsentationen vorbereitet, das Orchester und die Band gaben Stücke aus ihrem umfangeichen Repertoire zum Besten und viele Reden wurden gehalten.
Als wir unsere Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme an der JuniorAkademie erhalten hatten und die Veranstaltung beendet war, wurde mir schlagartig bewusst, dass die tolle Zeit mit den anderen Teilnehmern nun vorüber sein würde.
Viele Menschen waren mir ans Herz gewachsen und das Abschied-Nehmen fiel schwer.
Als kleiner Trost blieben eine Liste mit den Kontaktdaten der Teilnehmer, die ausgetauschten Handynummern und natürlich die vielen schönen Erinnerungen an die JuniorAkademie.
Auch jetzt stehen wir immer noch miteinander in Kontakt und ein Nachtreffen ist bereits geplant.

Ich kann abschließend sagen, dass die JuniorAkademie eine wohl einmalige Gelegenheit darstellt, mit anderen netten, aufgeschlossenen und talentierten Jugendlichen in Kontakt zu treten, sich mit sehr interessanten außerschulischen Inhalten zu befassen und ein tolles, umfangreiches Freizeitangebot wahrzunehmen. Ich habe viele verschiedene Ansichten und Standpunkte kennengelernt, neue Erfahrungen gesammelt und viele schöne Momente erlebt.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir die Möglichkeit geboten wurde, alle diese Erfahrungen zu machen und kann unserer Schule nur empfehlen, auch in Zukunft geeigneten SchülerInnen diese Gelegenheit nicht vorzuenthalten.